Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V., (DFG-VK) ist eine pazifistische Organisation, die 1974 aus dem Zusammenschluss der ältesten deutschen Friedensorganisation (DFG, Gründung 1892) mit der Internationale der Kriegsdienstgegner und dem Verband der Kriegsdienstverweigerer hervorgegangen ist.
In ihr haben sich Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen und politischer Auffassungen zusammengeschlossen, die ihre Verantwortung für eine menschenwürdige Zukunft erkennen und ernst nehmen wollen.
Die Mitglieder der DFG-VK bekennen sich zur Grundsatzerklärung der War Resisters´ International (WRI): "Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten."
Die Kampagne "Schritte zur Abrüstung" ist der Versuch durch unterschiedliche Aktionen mit einer Reihe von Forderungen in die Öffentlichkeit zu treten und Einfluss auf die Politik auszuüben. Die Forderungen der Kampagne Schritte zur Abrüstung lauten:
Die Landesverbände Bayern und Baden-Württemberg veranstalten jährlich eine "Aktions-Fahrradtour", die für die Ziele der Kampagne wirbt, das Gespräch mit Menschen sucht, die von Rüstungsproduktion und Militär abhängig sind und militärische Standorte, Truppenübgungsplätze, Rüstungsbetriebe und umgewandelte Militärflächen aufsucht, um jeweils vor Ort mit Protestaktionen und Info-Tischen für Frieden und Abrüstung zu werben.
Die Aktionsfahrrdatour 2008 (geplanter Termin: 2.8. - 9.8.2008) soll von München über ... zum Brdy-Wald geführt werden, wobei in Anbetracht der aktuellen Relevanz der US-amerikanischen Pläne zur Errichtung des Raketenabwehrsystems in Tschechien, Polen und Italien ein Schwerpunkt auf die Aufklärung über die Pläne der US-Regierung und die Rolle Deutschlands und der EU im amerikanischen Sicherheitskonzept gelegt wird.
Das "neue" Wettrüsten betrifft uns als Europäer in besonderem Ausmaß, die Bevölkerung in Deutschland ist hierfür nur wenig sensiblisiert, da die internationale militärische Zusammenarbeit von NATO - USA und EU stets undurchschaubarer und undemokratischer gestaltet wird.
Wir wollen einen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung - insbesondere in Deutschland - leisten und zugleich den europäischen und internationalen Kontext herstellen, indem das Ziel der Radtour auf einen aktuellen Brennpunkt der neuen Rüstungsspirale im Brdy- Wald gelegt werden soll.
Der Widerstand der tschechischen Bevölkerung und der Initiative "Ne základnám" gegen die Errichtung einer Radarstation im Brdy- Wald imponiert uns. Er läßt darauf hoffen, dass die Bevölkerungen europäischer Nationen zu einem breiteren Widerstand gegen die Aufrüstung des Euroatlantischen Bündnisraums finden und den auf Krieg und Zerstörung gerichteten Pläne von NATO und EU eine deutliche basis-demokratische Absage erteilen können.
Die Fahrradtour der DFG-VK konzentriert sich stets auf den Protest gegen die deutsche Beteiligung an Kriegen und kriegsvorbereitenden Maßnahmen. Deutschland ist mulitlateral eingebunden in sog. "Verteidigungs"bündnisse und die deutsch-amerikanische "Waffenbrüderschaft" führt zwangsläufig zur "staatsdeutschen" Unterstützung us-amerikanischer Vorhaben - unabhängig davon, ob die Bevölkerung der Kriegsvorbereitung zustimmt oder nicht.
Der Mißstand, dass demokratische Regierungen - insbesondere im miltärischen Bereich - "Politik am Volk vorbei" gestalten, verlangt eine Solidarisierung der Menschen, zu deren Lasten kriegstreibende und friedensverhindernde Aufrüstungsvorhaben umgesetzt werden.
In diesem Sinne möchten wir unsere Solidarität mit dem Widerstand der tschechischen Bevölkerung gegen die Stationierung der Radaranlage ausdrücken und wünschen uns im Rahmen der diesjährigen Fahrradtour, zu gemeinsamen Aktionen zu finden.
Konkret wird eine Gruppe von Fahrradfahrern (ohne sportliche Ambitionen) von München aus starten, in einigen deutschen Städten, an Militärstandorten und Rüstungsbetrieben mit Flugblättern, Transparenten und durch Aktionen für Frieden und Abrüstung werben und auf die Gefahren eines neuen Rüstungswettlaufes aufmerksam machen. Dabei werden vorab an so vielen Orten als möglich jeweils Vor-Ort-Unterstützer gesucht, die sich an Werbung, Presseinformation und/oder konkreter Aktionsgestaltung beteiligen.
Die Fahrradtour 2008 soll in den Verteilern der deutschen Friedensbewegung, aber auch in internationalen Verteilern bekannt gemacht werden mit der Zielsetzung, dass sich ggfls. weitere Gruppen finden, die - zusammen mit uns - sich in Brdy am 9.8.2008 einfinden (wobei es nicht darauf ankommt, ob andere Gruppen mit dem Fahrrad oder mit dem Zug anreisen).
Wünschenswert wäre aus unserer Sicht eine gemeinsam koordinierte Aktion vor Ort - entweder direkt am geplanten Standort, oder in einem Umliegerort, z.B. in Trokavec, in Bresnicze oder in Pilsen.
Die Organisation des Treffpunktes und des Ablaufes vor Ort kann von uns nicht geleistet werden, d.h. die Gestaltung des Zusammentreffens wäre eine gemeinsam zu planende und schließlich vorwiegend von den ortsansässigen Gruppen oder Einzelpersonen durchzuführende Gestaltung, zu der von hier ggfls. ein bescheidener finanzieller Beitrag geleistet werden kann.
Was wir anbieten können, ist die Gestaltung kleiner Aktionen, die auch während der Tour durchgeführt werden sollen. Z.B. ist beabsichtigt, Lose zu verteilen, die in deutsch, tschechisch und ggfls. englisch Informationen über erfolgreiche Formen und Aktionen gewaltfreien Widerstandes informieren, ggfls. sollen "Spiele" eingebracht werden, die eine Kontaktaufnahme zwischen den einzelnen beteiligten Gruppen erleichtern und fördern soll. Es ist eine Darstellung des Wettrüstungs-Wahnsinns mittels kleiner Plakate, die vor Ort "geblättert" werden sollen, in Planung u.ä. mehr. Wir können einen Info-Tisch mit vorwiegend deutschen und englischen friedenspolitischen Informationen stellen. Wir könnten uns an einer Demonstration - gerne einer Fahrraddemo -, an einer öffentlichen "Ortsbesichtigung" o.ä. beteiligen, die indes eine Vor-Ort-Organisation benötigt. Wir können über den Verlauf der Tour und über die Reaktionen der Menschen unterwegs berichten und würden uns freuen, mit den Mitgliedern von "Ne základnám" auch in Einzelgesprächen Erfahrungen austauschen zu können.